|
Anzeige
|
| |
|
|
|
|
|
Liebe Leserinnen und Leser,
|
|
|
|
|
die Links-Fraktion hat sich mal wieder mit den Apotheken befasst. In guter Tradition sind deren Vorschläge Balsam für die geschundene Apothekerseele. So manches, was die Linke in ihrem Antrag, über den der Bundestag diskutieren soll, fordert, entspricht den Plänen der Regierung aus dem Koalitionsvertrag: Es geht beispielsweise um erweiterte Austauschmöglichkeiten bei Lieferengpässen sowie die Erhöhung des Apothekenhonorars auf 9,50 Euro. Also exakt die Summe, die den Apotheken von Union und SPD in Aussicht gestellt wurde. Beschlossen wird der Antrag der Links-Fraktion voraussichtlich allerdings nicht – trotz stellenweiser inhaltlicher Übereinstimmung. Denn Vorschläge aus der Opposition werden im Regelfall von der Regierungsmehrheit abgelehnt. In diesem speziellen Fall kommt noch hinzu, dass die Union aufgrund des Unvereinbarkeitsbeschlusses grundsätzlich nicht mit der Linken zusammenarbeitet. Aber auch wenn der Antrag den Apotheken direkt nichts nützen wird, kann es nicht schaden, die Regierung an ihre Versprechen gegenüber den Apotheken zu erinnern.
|
|
|
|
|
Herzliche Grüße, Ihre Julia Borsch DAZ-Chefredakteurin
|
|
|
|
|
Bayerische Versorgungskammer unter Druck
|
| |
Von Kirsten Sucker-Sket
Die Bayerische Versorgungskammer (BVK), unter deren Dach sich auch die Apothekerversorgung in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland befindet, steht wegen verlustreicher US-Immobilieninvestments erheblich unter Druck. Es geht um Eigenkapitalengagements in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro in US-Objekte und Projektentwicklungen, darunter die Transamerica-Pyramide in San Francisco, Luxushotels in Miami Beach und hochpreisige Immobilien in Manhattan. Laut BVK entspricht dieser Betrag weniger als 1,4 Prozent der gesamten Kapitalanlage zum Ende 2024. Doch die Projekte entwickelten sich nicht wie geplant.
Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) am 11. Januar berichtete, floss das Geld unter anderem in Projekte des Immobilienentwicklers Michael Shvo, der in den USA bereits 2018 wegen Steuerbetrugs verurteilt worden war. Das bemerkte die BVK offenbar zu spät.
Laut der gesetzlichen Vorgabe sollen die Beiträge der Versorgungskammer in konservative, breit gestreute Anlagen mit stabiler, zumeist niedriger Verzinsung fließen. Die Investments in die US-Projekte und ein umfangreiches Renovierungsobjekt gelten allerdings als spekulativ.
Geringer Anteil am Anlagekapital – aber kein zu vernachlässigender Schaden
Allein 2024 musste die deutsche Pensionskasse 163 Millionen Euro abschreiben. Mitte Dezember teilte die BVK mit, dass sie sogar eher mit einer Abschreibung in Höhe von 690 Millionen Euro rechne. Das seien zwar nur 0,6 Prozent ihres gesamten Anlagekapitals. Absolut ist es aber doch viel Geld – vom Reputationsschaden ganz zu schweigen. Und so kündigte die BVK verschiedene Maßnahmen an, um Risiken zu minimieren. Diese sind unter anderem personeller Art.
Bayerischer Innenminister weist Verantwortung zurück
Und wie steht es um die staatliche Aufsicht? Die obliegt dem bayerischen Innenministerium. Zwar nimmt es nicht jede einzelne Investition unter die Lupe, doch den Geschäftsplan inklusive Anlageplan muss es laut SZ sehr wohl genehmigen. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte eine Verantwortung dem Zeitungsbericht zufolge zuletzt aber von sich gewiesen. Im konkreten Fall habe keine „aufsichtliche Zuständigkeit“ bestanden, eine risikolose Kapitalanlage gebe es eben nicht. Zudem habe die BVK bereits Änderungen eingeleitet und proaktiv die Staatsanwaltschaft München I eingeschaltet. Diese hat laut SZ auch schon Vorermittlungen eingeleitet.
Klagen in den USA
Nun steht der Versorgungskammer offenbar noch mehr Ungemach ins Haus. Laut SZ haben in den USA Mieter und Käufer der missglückten Immobilienprojekte mittlerweile eine Klage gegen Michael Shvo wie auch die BVK eingereicht. Sie fordern Schadensersatz. Shvo selbst soll in den USA laut Medienberichten ebenfalls eine Forderung gegen die BVK eingereicht haben. Angeblich stünden ihm noch Gebühren in Höhe von 85 Millionen Dollar zu. Der SZ zufolge heißt es dazu von der BVK, es sei bisher keine Klage zugestellt worden. Und so will sich die Versorgungskammer auch nicht weiter hierzu äußern.
Deutsche Anwälte wollen Deals aufklären
Und auch in Deutschland wird es ungemütlich für die BVK. Die Wirtschaftsanwälte Peter Mattil und Stephan Greger, die sich auch um die Aufklärung von Wirecard bemüht haben, haben laut SZ in Bayern eine „Interessengemeinschaft Versorgungswerke“ gegründet. Greger hatte bereits im September einen Katalog mit 40 Fragen an die BVK eingereicht – doch die Antworten stellen ihn noch nicht zufrieden. Zusammen mit seinem Kollegen Mattil will er die Deals nun restlos aufklären. Dann könnten Klagen auf Schadensersatz folgen. Es müsse zudem verhindert werden, dass solche Geschäfte nochmals getätigt werden. Schließlich handele es sich bei dieser Art Immobilieninvestments um riskante Kapitalanlagen mit einem Totalverlustrisiko, zitiert die SZ Mattil. Die beiden Münchner Rechtsanwälte, selbst Mitglieder des Versorgungswerks, haben überdies ein eigenes Interesse daran, zu wissen, wohin ihre Einzahlungen fließen.
|
|
|
|
|
Foto: IMAGO / snowfieldphotography
|
|
|
|
|
Wie bewerten Inhaber und Inhaberinnen das Jahr 2025?
|
| |
|
Von Matthias Köhler
Schulnote 3,7. Freuen kann man sich darüber nicht, aber man kommt damit eben irgendwie so durch. Mit dieser Zensur bewerten die Apothekeninhaberinnen und -inhaber in der jüngsten Apokix-Umfrage das Jahr 2025 bezogen auf ihre Apotheke.
Fast die Hälfte (45 Prozent) vergibt die Note ausreichend. Ein „gut“ oder „sehr gut“ gibt es von 15 Prozent der Befragten. Aber bei mehr als einem Fünftel (21 Prozent) heißt es: durchgefallen. Sie vergeben ein „mangelhaft“ oder „ungenügend“.
Bund: Versetzungsgefährdet
In diese Kategorie fallen auch die Bewertungen der Gesundheitspolitik auf Bundesebene: 5,2 ist der Durchschnitt. Die Landesebene kommt mit 4,2 durch. Aber auch die Standesvertretung auf Bundesebene ist versetzungsgefährdet. Sie kommt auf 4,7. Die Landesebene liegt bei 3,9.
Trüb ist auch der Blick ins kommende Jahr. Über die Hälfte der Befragten schätzt die Aussichten negativ oder eher negativ ein (53 Prozent). Ein Drittel sieht es neutral und zwölf Prozent positiv oder sehr positiv.
Die Topthemen im kommenden Jahr
Und was werden die Topthemen im kommenden Jahr sein? Da sehen 44 Prozent der Inhaberinnen und Inhaber an erster Stelle den Wettbewerb mit dem Versandhandel. Der OTC-Versand von dm zeigt seine Wirkung. Für 38 Prozent ist auch schon der Wettbewerb mit Drogerieketten ein Thema. Den Wettbewerb mit anderen Vor-Ort-Apotheken sehen nur zehn Prozent als Thema.
Wie oder wo kann gespart werden? Das treibt 42 Prozent um. Optimierung von Bestandsmanagement (32), Bezugswegen (24) oder Ergänzungssortiment (24) sind weitere Themen. Das Angebot von pharmazeutischen Dienstleistungen (16) oder Impfungen (9) spielen hingegen eine untergeordnete Rolle. Auch die Nutzung von Social Media (7) oder KI wird nicht als relevant eingeschätzt.
Mit Blick auf das Personal hat fast ein Drittel (32 Prozent) der Befragten eine schwere Aufgabe zu bewältigen: Die Regelung der Apothekennachfolge. Die Besetzung von PTA-Stellen hat mit 26 Prozent eine höhere Relevanz als die von Approbierten (18).
Und die Apothekenreform?
Geht es um das vergangene Jahr, dürfen natürlich auch Fragen zur Apothekenreform nicht fehlen. Eine sofortige Erhöhung des Fixums hat dabei mit 94 Prozent die höchste Priorität. Der Ausschluss von Retaxationen aus rein formalen Gründen folgt mit 89 Prozent.
Es folgen die Wiedereinführung handelsüblicher Skonti (80), strengere Vorschriften beim Versand von Arzneimitteln (68) oder erweiterte Austauschmöglichkeiten von Rabattarzneimitteln (59). Die auch in einer breiteren Öffentlichkeit diskutierte Erlaubnis zur Abgabe von Rx ohne Rezept hingegen bewegt nur 29 Prozent der Befragten.
Als kontraproduktiv hingegen werten 61 Prozent der Befragten sowohl die „Apotheke ohne Apotheker“, Erleichterungen bei der Gründung von Zweigapotheken und auch den Wegfall von Beschränkungen bei Filialgründungen. Sowohl die Erlaubnis zur Zentralisierung der Rezeptur (22) als auch die Aufteilung der Filial- oder Zweigapothekenleitung auf zwei Approbierte (17) sind weniger Thema.
Stimmung sinkt zum Jahresende
Mit Blick auf die aktuelle Geschäftslage ist die Stimmung der Inhaberinnen und Inhaber zum Jahresende noch einmal gesunken. Stieg der Index im November noch auf 74,1, sank er zum Ende des Jahres auf 68,4 Punkte. Der Index für die erwartete Geschäftslage für das kommende Jahr hingegen nähert sich dem Wert vom Jahresbeginn. Damals lag er bei 47,2 Punkten, was auch der tiefste Wert des Jahres ist. Demnach stieg er bis Juni sogar auf 68,4 Punkte und sank dann bis Dezember auf 49,6. Bei 100 Punkten halten sich positive und negative Einschätzungen die Waage.
|
|
|
|
|
Anzeige
|
| |
|
|
|
|
|
Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur
|
|
|
|
|
Links-Fraktion fordert 9,50 Euro Fixum
|
| |
|
Von Matthias Köhler
Versprochen waren 9,50 Euro Fixum für die Apotheken. Nun tut sich die schwarz-rote Bundesregierung schwer damit, ihren Koalitionsvertrag umzusetzen. Die Links-Fraktion hat Ende der vergangenen Woche einen Antrag beschlossen, der die Regierung daran erinnern soll.
„Apotheken stärken, Arzneimittelversorgung verbessern“, so der Titel des Antrags, der der DAZ vorliegt. Um neue Kompetenzen ausfüllen zu können, brauche es eine „deutliche Erhöhung der packungsbezogenen Vergütung“, heißt es darin. „Diese ist auch notwendig, um die im Vergleich niedrigen Gehälter von Apotheken-Angestellten deutlich erhöhen und dem Fachkräftemangel bei Apotheken entgegenwirken zu können.“
Vergütung wird Bedeutung der Arbeit nicht gerecht
Die Links-Fraktion will in den kommenden Monaten den Fokus auf „Ein bezahlbares Leben für alle“ setzen. Dazu soll es verschiedene Parlamentarische Initiativen geben, wie ein Sprecher der Fraktion gegenüber der DAZ erklärte. Der Antrag zu den Apotheken ist Teil davon. Darüber hinaus geht es unter anderem auch um Mietrecht, die Verkehrswende und die Militarisierung des Gesundheitswesens.
„Der Arbeitsalltag in den Apotheken ist geprägt von hoher Verantwortung, wachsendem Zeitdruck und einer Vergütung, die der Bedeutung dieser Arbeit nicht gerecht wird“, sagt Ates Gürpinar, Berichterstatter der Fraktion zu Apothekenthemen, gegenüber der DAZ. „Apothekerinnen, Apotheker und pharmazeutisches Personal verhindern täglich Medikationsfehler und schwere Nebenwirkungen. Sie werden darin aber durch die Rahmenbedingungen ausgebremst.“
Apothekerinnen und Apotheker sowie PTA würden von ihrem gesetzlichen Versorgungsauftrag abgehalten, heißt es in dem Antrag. Grund ist, dass sie bei der Abgabe verpflichtet seien, eine kostengünstige Bedienung zu gewährleisten. „Diese bürokratischen Auflagen sind in den vergangenen Jahren massiv angestiegen, während die Vergütung pro Packung real deutlich gesunken ist“, heißt es.
Erleichterter Austausch bei Lieferengpässen
Hinzukämen die Lieferengpässe. Auch diese bänden viel Personal, nicht zuletzt, „weil auch dann vielfältige Vorgaben mit ökonomischem Hintergrund beachtet werden müssen“.
Apothekerinnen und Apotheker sowie PTA müssten eine „zentrale Instanz“ sein, wenn es um die Vermeidung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen und Fehlmedikationen geht. Der Schlüssel hierzu seien mehr Kompetenzen und mehr Kooperation mit Ärzten und Facheinrichtungen.
Erwähnt wird in dem Antrag auch das Modellprojekt „Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen“ (ARMIN). Es würde zeigen, wie gut Versorgung gelingt, wenn Fachkräfte zusammenarbeiten, erklärt Gürpinar gegenüber der DAZ. Daher wolle man diese Erfahrungen in die Regelversorgung überführen und deutlich machen, dass Arzneimittelversorgung Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge ist.
„Ausdrücklich gegen Fremd- und Konzernbesitz von Apotheken“
Daher dürfe sie auch nicht „dem Versandhandel und Konzerninteressen überlassen werden“, so Gürpinar. Im Antrag steht, dass Versorgungsformen wie der Versandhandel zu der erwähnten Kooperation der Fachkräfte „immanent nicht in der Lage“ seien. Die Fraktion spricht sich in ihrem Antrag daher auch für eine Sicherstellung des „Betriebs durch approbierte Pharmazeut*innen“ aus und ist somit laut Gürpinar „ausdrücklich gegen Fremd- und Konzernbesitz von Apotheken“.
Laut Antrag soll der Bundestag aufgefordert werden, den Apotheken das Fixum in Höhe von 9,50 Euro zu geben sowie eine turnusmäßige Anpassung, festgelegt beispielsweise an Grundlohnsumme, Lohnkosten oder realem Abgabeaufwand mithilfe von Kalkulationsapotheken.
Apotheken mit „Gate-Opener-Funktion“
Apotheken sollten dann neue Aufgaben in der Prävention erhalten und etwa weitere Impfungen und Früherkennungstests übernehmen. Zudem könnten sie eine „Gate-Opener-Funktion“ für Menschen mit großen Zugangsbarrieren zum deutschen Gesundheitssystem bekommen.
Rabattverträge und die Importklausel im Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) sollen abgeschafft werden. Stattdessen soll es eine kollektivvertragliche, nachgeschärfte Festbetragsregelung für angemessene, niedrige Generikapreise geben.
Rx nur von Präsenzapotheken
Rx-Mittel hingegen sollen nur noch Präsenzapotheken versenden dürfen. Dies allerdings auch nur, wenn die Versorgung anders nicht gewährleistet werden kann.
Mit Blick auf Lieferengpässe verweist die Fraktion auf ihren Antrag von 2023 zum vom damaligen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geplanten Lieferengpassgesetz (ALBVVG). Apotheken müssten im Falle eines Lieferengpasses alle Möglichkeiten zum Austausch erhalten.
Personalbemessung nach Rx-Abgabevolumen
Interessant ist die Forderung nach einer Personalbemessung von pharmazeutischem Personal, die sich an der Zahl der abgegebenen RX-Mittel orientiert. Damit wolle man „den Stress der Beschäftigten“ reduzieren, so Gürpinar. Apotheken mit hohem Rx-Aufkommen hätten einen deutlich höheren Beratungs- und Prüfaufwand. „Dieser Mehraufwand muss sich in verbindlichen Personalstandards widerspiegeln, damit sichere Arzneimittelversorgung nicht permanentes Arbeiten am Limit bedeutet.“
Wann der Antrag eingebracht wird, geht aus dem Dokument nicht hervor. Es ist davon auszugehen, dass dies in den kommenden Wochen geschieht. Möglich wäre auch, dass der Antrag in Zusammenhang mit dem Parlamentarischen Verfahren zur Apothekenreform im Bundestag diskutiert werden soll.
|
|
|
|
Jahresbilanz 2025: Rx-Absatz rettet „schwarze Null“ – OTC in der Rezession
|
| |
|
Von Thomas Müller-Bohn
Die Daten des Apothekenpanels von Insight Health über den Dezember ermöglichen eine erste Jahresbilanz für 2025. Demnach haben die Vor-Ort-Apotheken beim Rx-Absatz einen Zuwachs von 0,2 Prozent gegenüber 2024, also eine „schwarze Null“, erreicht. Das ist nicht gut, aber besser als im Herbst zu erwarten war. Doch das OTC-Geschäft befindet sich in der Rezession. Der OTC-Absatz war 3,8 Prozent, der OTC-Umsatz 0,8 Prozent niedriger als 2024.
Die jüngsten Daten des Apothekenpanels von Insight Health zu den Vor-Ort-Apotheken betreffen die 49. bis 52. Kalenderwoche 2025 und reichen aufgrund der Erfassungsweise bis zum 30. Dezember. Demnach war der Rx-Absatz in allen vier Dezemberwochen jeweils höher als im Vorjahr. In der 49. und 50. Woche betrug der Zuwachs 2,0 bzw. 0,3 Prozent. In der 51. und 52. Woche waren es beachtliche 27,7 bzw. 9,8 Prozent mehr als im Vorjahr (siehe Abbildung).
|
|
|
|
|
Diese Zahlen sind durch die andere Lage der Feiertage verzerrt. Entgegen dem schlechteren Trend der vorherigen Monate ergibt sich damit ein Anstieg des kumulierten Rx-Absatzes für das ganze Jahr 2025 um 0,2 Prozent gegenüber 2024, also praktisch eine schwarze Null. Der Rx-Absatz ist wegen des packungsbezogenen Festzuschlags die wichtigste Größe für die Honorierung der Apotheken. Mit einem stagnierenden Rx-Absatz können die andauernden Kostensteigerungen nicht kompensiert werden. Darum benötigen die Apotheken einen höheren Festzuschlag.
Der Rx-Umsatz war in allen vier Dezemberwochen jeweils höher als im Vorjahr. Die Zuwachsraten waren wie üblich deutlich größer als beim Rx-Absatz. Der kumulierte Rx-Umsatz für das ganze Jahr 2025 war 6,8 Prozent höher als 2024. Der deutliche Abstand zur Absatzentwicklung ist weiterhin nur durch mehr oder teurere Hochpreiser zu erklären, weil die Preise für die meisten anderen Rx-Arzneimittel durch Festbeträge, Rabattverträge und das Preismoratorium begrenzt werden.
OTC-Absatz und -Umsatz gingen 2025 zurück
Deutlich schlechter lief es im OTC-Bereich der Vor-Ort-Apotheken. In der 49., 50. und 52. Woche war der OTC-Absatz jeweils niedriger als im Vorjahr – mit Rückgängen zwischen 2,1 und 5,5 Prozent. In der 51. Woche war der OTC-Absatz hingegen 10,7 Prozent höher als 2024, auch bedingt durch die andere Lage der Feiertage. Für das ganze Jahr 2025 war der kumulierte OTC-Absatz 3,8 Prozent niedriger als 2024. Der OTC-Umsatz war in der 49. und 51. Woche 7,7 bzw. 13,4 Prozent höher als 2024, in der 50. und 52. hingegen 3,1 bzw. 0,3 niedriger als 2024. Der kumulierte OTC-Umsatz für das ganze Jahr war 0,8 Prozent geringer als im Vorjahr.
In Verbindung mit dem stärker gesunkenen OTC-Absatz spricht dies dafür, dass die Vor-Ort-Apotheken weiterhin Preiserhöhungen im OTC-Bereich durchsetzen können, aber 2025 hat dies nicht einmal gereicht, um den OTC-Umsatz nominell auf dem Vorjahresstand zu halten. Das OTC-Geschäft der Vor-Ort-Apotheken befindet sich also in einer Rezession. Es verliert sowohl im Verhältnis zum Rx-Bereich als auch absolut an Bedeutung. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, wird dies das Bild der Apotheken verändern.
|
|
|
|
|
Anzeige
|
| |
|
|
|
|
|
Redcare: Rx-Umsatz in Deutschland nahezu verdoppelt
|
| |
|
Von Thorsten Schüller
Redcare (Shop Apotheke) ist weiterhin auf Wachstumskurs. Wie das Unternehmen auf Basis vorläufiger und ungeprüfter Zahlen mitteilt, stieg der Umsatz im abgelaufenen Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Während das Wachstum bei den Non-Rx-Produkten vergleichsweise schwach ausfiel, verzeichnete der Konzern bei Rx-Arzneimitteln ein starkes Plus, insbesondere in Deutschland.
Die Zahlen, die der niederländische Arzneimittelversender Redcare Pharmacy kurz nach Jahresbeginn präsentiert, fokussieren sich auf den Umsatz, sind noch von keinem Wirtschaftsprüfer kontrolliert und teilweise selektiv. Dennoch zeigen sie, dass der Arzneimittelversender im vierten Quartal 2025 wie auch im Gesamtjahr 2025 weiter gewachsen ist – je nach Segment und Region mit unterschiedlichem Tempo. Rx-Arzneimittel legten dabei erneut besonders stark zu, während der Zuwachs in der Gruppe der Non-Rx-Produkte teilweise deutlich an Schwung verloren hat. Allerdings entfällt auf Non-Rx nach wie vor das Gros des Gesamtgeschäftes.
Konkret legte der Konzernumsatz im vierten Quartal gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres um 18 Prozent von 675 auf 794 Millionen Euro zu, der Gesamtjahresumsatz 2025 wuchs um 24 Prozent von 2,4 auf 2,9 Milliarden Euro. Im DACH-Segment (Deutschland, Österreich und Schweiz) erreichte der Umsatz im Gesamtjahr 2025 2,4 Milliarden Euro, ein Plus von 24,1 Prozent gegenüber 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2024. Im deutlich kleineren „International“-Verkaufsgebiet, das Belgien, Italien, Frankreich und die Niederlande umfasst, erhöhte sich der Umsatz im Gesamtjahr 2025 um 23,7 Prozent auf 540 Millionen Euro.
Starkes Wachstum bei Rx
Die Rx-Umsätze stiegen in der Gruppe besonders stark. Im vierten Quartal legte der Umsatz hier um 34 Prozent auf 311 Millionen Euro (Q4 2024: 232 Millionen) zu, in der DACH-Region erreichte dieser im Gesamtjahr 1 Milliarde Euro (2024: 750 Millionen Euro). In Deutschland betrug der Jahreszuwachs im Rx-Bereich 98 Prozent und hievte den Umsatz damit von zuvor 254 auf 503 Millionen Euro im Jahr 2025.
Dagegen legten die Non-Rx-Umsätze im vierten Quartal 2025 lediglich um 9 Prozent von 443 auf 483 Millionen Euro zu, im Gesamtjahr stiegen sie um 15 Prozent von 1,6 auf 1,9 Milliarden Euro. Die Zahl aktiver Kunden gibt das Unternehmen mit 13,9 Millionen an, ein Plus von 1,4 Millionen gegenüber dem Vorjahr.
Zahlen enttäuschen Finanzmärkte
An den Finanzmärkten kamen die vorläufigen Geschäftszahlen nicht gut an, die Aktie rutschte deutlich ins Minus. Insbesondere die Umsätze mit rezeptfreien Medikamenten enttäuschten offenbar die Anleger. Analyst Martin Comtesse von Jefferies nannte es laut dpa-afx „eine klar negative Überraschung“, dass die Umsätze mit rezeptfreien Medikamenten inmitten der Grippesaison nachließen.
Redcare Pharmacy wird den ausführlichen Geschäftsbericht für 2025, der auch das Ergebnis umfasst, am 4. März 2026 veröffentlichen.
|
|
|
|
|
Abda: Apotheken sind keine Weihnachtsbäume
|
| |
|
Von Julia Borsch
Die Abda zieht ganz offensichtlich alle Register, um darauf hinzuweisen, dass Apotheken, die schließen müssen, unwiederbringlich verloren sind. Und dass es daher dringend einer Stärkung der Vor-Ort-Apotheken brauche, so wie es im Koalitionsvertrag vorgesehen ist.
Am Dreikönigstag – in vielen Familien traditionell der Tag, an dem der Weihnachtsbaum entsorgt wird – postete die Abda auf Facebook: „Einen Weihnachtsbaum kann man jedes Jahr neu kaufen. Eine Apotheke, die schließt, kommt nie wieder zurück. Apotheken sind keine Saison-Dekoration. Sie sind das Fundament einer sicheren Gesundheitsversorgung: nicht nur an Feiertagen, sondern 365 Tage (und Nächte) im Jahr. Damit das auch so bleibt, müssen die Apotheken – wie im Koalitionsvertrag versprochen – endlich gestärkt werden.“ Garniert ist das Ganze mit einem Bild von einem entsorgten Weihnachtsbaum mit der Aufschrift „Apotheken ≠ Weihnachtsbäume“. Es weckt sofort Assoziationen mit der Schlussverkaufskampagne eines schwedischen Möbelhauses, die darauf anspielt, dass in Schweden Weihnachtsbäume nach den Festtagen aus dem Fenster geworfen werden sollen.
Die Abda hat noch im alten Jahr angekündigt, sich gegen die am 17. Dezember vom Kabinett beschlossene Apothekenreform zur Wehr zu setzen. Ob das nun ein lediglich spontan saisonal inspirierter Post war oder Teil einer Kampagne, ist nicht zu erkennen. Denn es gibt ja noch viele andere Dinge, die einfach wieder neu beschafft werden können, im Gegensatz zu geschlossenen Apotheken.
|
|
|
|
|
Karaca neuer Geschäftsführer
|
| |
Önder Karaca ist seit dem 1. Januar 2026 neuer Geschäftsführer des Apothekerverbandes Sachsen-Anhalt (LAV). Der 50-jährige Jurist aus Leipzig ist bereits seit Anfang Oktober 2025 als Geschäftsstellenleiter für den Verband tätig. Dadurch konnte nach dem Ausscheiden von Matthias Clasen ein nahtloser Übergang in der Geschäftsführung sichergestellt werden, heißt es in der Pressemitteilung des Verbands vom letzten Mittwoch. Matthias Clasen hatte zuvor fast drei Jahrzehnte die Geschäfte des LAV geführt. Der Jurist hatte den Posten im Juli 1996 übernommen. Im vergangenen Dezember wurde er bereits im Rahmen der Klausur des erweiterten Vorstands in den Ruhestand verabschiedet. (DAZ)
|
|
|
Warken kontert Kennedy
|
| |
|
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat Vorwürfen ihres amerikanischen Amtskollegen Robert F. Kennedy Jr. im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie eine Abfuhr erteilt. „Die Einlassungen des US-amerikanischen Gesundheitsministers entbehren jeglicher Grundlage, sie sind faktisch falsch und zurückzuweisen“, teilte die CDU-Politikerin am Samstag mit. Kennedy Jr. hatte zuvor in einem Video der deutschen Regierung vorgeworfen, die Autonomie von Patienten zu missachten. „Mehr als 1.000 deutsche Ärzte und Tausende ihrer Patienten“ würden strafrechtlich verfolgt und bestraft, weil sie während der Corona-Pandemie Ausnahmen vom Tragen von Masken und von Impfungen gegen Covid-19 gewährt hätten.“ (dpa/DAZ)
|
|
|
|
|
|