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Liebe Leserinnen und Leser,
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alles in allem dürften es über 20.000 Apotheker*innen, PTA und PKA gewesen sein, die heute deutschlandweit bei Kundgebungen auf ihre Lage hingewiesen haben. Zahlreiche Apotheken blieben bundesweit geschlossen. Auch das Medienecho war immens, und das nicht nur in der Lokalpresse. So berichteten im Vorfeld beispielsweise der Spiegel und die Tagesschau und wiesen auf mögliche Schließungen hin. Ob es was gebracht hat, könnte sich schon Mitte April zeigen. Am 16. April soll der Bundestag das Apothekenversorgung-Weiterentwickungsgesetz beschließen – und auch die Verordnung zur Änderung u. a. der Arzneimittelpreisverordnung sollte dann bereit für die Beschlussfassung im Bundesrat sein. Zum ApoVWG gibt es vorher noch die Möglichkeit, Änderungsanträge anzubringen. Es ist davon auszugehen, dass das eine oder andere Thema, das Union und SPD als Prüfbitte formuliert haben, dort wieder auftauchen wird. Das Bundesgesundheitsministerium kann zumindest offiziell nun keinen Einfluss mehr nehmen und das ist vielleicht bei manchen Punkten auch ganz gut so.
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Herzliche Grüße, Ihre Julia Borsch DAZ-Chefredakteurin
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Apothekenteams protestieren in Berlin, München, Düsseldorf, Hannover und Fulda
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Von Julia Borsch
Zahlreiche Apothekenteams sind dem Protestaufruf der Abda gefolgt und haben sich in Berlin, München, Düsseldorf und Hannover zu Kundgebungen getroffen. Der Hessische Apothekerverband hatte zudem noch nach Fulda eingeladen. Laut Thüringischem Apothekerverband haben 3310 Apotheken auf der Seite apo-protest.de eingetragen, ihre Apotheken an diesem Tag schließen zu wollen.
Über 10.000 in Düsseldorf
Die wohl größte Kundgebung fand in Düsseldorf statt. Über 10.000 Teilnehmende sollen es gewesen sein. Zu Wort kamen unter anderem Abda-Präsident Thomas Preis sowie der Vorsitzende des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe Thomas Rochell. Außerdem unterstützen die Chefs der beiden genossenschaftlichen Großhändler Patrick Neuss (Sanacorp) und Michael Kuck (Noweda) die Apothekerschaft.
In Berlin formierte sich die Apothekerschaft zunächst zu einem Protestzug, der vom Potsdamer Platz am Bundesgesundheitsministerium vorbei zum Roten Rathaus zog, wo dann ab 14:00 Uhr die Abschlusskundgebung stattfand. Laut Polizei nahmen 2.800 Personen an der Demonstration teil. Im Verlauf sollen aber noch einige dazu gekommen sein.
In München traf sich die süddeutsche Apothekerrschaft auf dem Odeonsplatz. 3.500 Personen sollen ihren Weg dorthin gefunden haben, um auf die Lage der Apotheken aufmerksam zu machen. Kammerpräsidentin Franziska Scharpf betonte, dass es die Apotheke vor Ort nicht zum Nulltarif gebe. Weitere Redebeiträge gab es vom Vorsitzenden des Bayerischen und Deutschen Apothekerverbandes Hans-Peter Hubmann und der Vizepräsidentin der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg.
Die vierte Kundgebung fand in Hannover statt. Die Veranstalter sprachen von knapp 5.000 Teilnehmenden, die Polizei von 3.500. Hier kam unter anderem der Vorsitzende des Landesapothekerverbandes Niedersachsen, Berend Groeneveld zu Wort.
CSU gegen PTA-Vertretung
Im Vorfeld der Proteste hatte sich Judith Gerlach (CSU), Gesundheitsministerin in Bayern, erneut an die Seite der Vor-Ort-Apotheken gestellt. In einer Pressemitteilung erklärt sie: „Es ist richtig, dass Bundesgesundheitsministerin Nina Warken die zunächst zurückgestellte Erhöhung der Apothekenvergütung nun angehen möchte – wie es auch im Koalitionsvertrag vereinbart wurde. Gerade Vor-Ort-Apotheken müssen rasch durch den Bund gestärkt werden. Eine auskömmliche Vergütung der Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel ist notwendig, damit die Apotheken vor Ort den Versorgungsauftrag flächendeckend erfüllen können“.
Vor-Ort-Apotheken, so Gerlach weiter, seien ein „wichtiger Anker“ in der Gesundheitsversorgung. Der wichtigste Hebel, um das Apothekensterben zu stoppen, sei eine angemessene Anpassung der Vergütung. Dafür habe sich Bayern schon Ende Januar im Bundesrat eingesetzt. Die bessere Vergütung sei auch wichtig, damit Apotheken die vom Bund angedachte Erweiterung der Präventionsangebote umsetzen können.
Überdies machte die Ministerin nochmals deutlich, dass Bayern am Grundsatz „keine Apotheke ohne Apothekerin oder Apotheker“ festhalte. Gerlach ist überzeugt: „Die vom Bund trotz Widerspruch des Bundesrats weiterhin vorgesehene Erprobung einer PTA-Vertretung wird dem Mangel an Apothekerinnen und Apothekern, die in öffentlichen Apotheken arbeiten wollen, nicht abhelfen.“
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Honorar, PTA-Vertretung und mehr: Viele Prüfbitten zum ApoVWG
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Von Kirsten Sucker-Sket
Die geplante Apothekenreform hat auch aus Sicht der Gesundheitspolitiker*innen der Regierungsfraktionen noch Schwachstellen. Mit Prüfbitten haben sie beim Bundesgesundheitsministerium (BMG) nachgehakt, ob es andere Lösungen gibt.
Die SPD-Bundestagsfraktion richtet insgesamt 26 Prüfbitten zum Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) an das Bundesgesundheitsministerium (BMG). Die Unionsfraktion hat 27 Prüf- und eine Auskunftsbitte. Es geht unter anderem um Vergütungsfragen und die PTA-Vertretung.
Viele Fragen zum Honorar
Die entsprechenden Dokumente, die der DAZ vorliegen, zeigen, dass beide Fraktionen bei der Vergütung noch zahlreiche Fragen haben. Dabei verweist das BMG allerdings immer wieder darauf, dass die Honorarkomponenten kein Bestandteil des ApoVWG sind. Für Änderungen der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) sei das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) zuständig.
Dennoch nimmt das BMG zu den meisten der Prüfbitten Stellung. So will die CDU/CSU-Fraktion wissen, inwieweit die Fixumserhöhung von 8,35 auf 9,50 Euro trotz der angespannten GKV-Lage umgesetzt werden könnte. Ebenso, ob eine solche nicht wenigstens Apotheken mit Sitz in Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte zugestanden werden könne. Zudem solle geprüft werden, wie eine Erhöhung bei gleichzeitiger Absenkung des prozentualen Zuschlags und/oder Nutzung der nicht abgerufenen Mittel des Fonds für pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) umgesetzt werden könnte.
Dazu verweist das BMG auf die GKV-Finanzkommission, die noch in diesem Monat Sparvorschläge vorlegen und dabei die im Koalitionsvertrag vorgesehene Fixumserhöhung „grundsätzlich ‚einplanen‘“ soll. Eine Erhöhung des Fixums für Apotheken in Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte, so das Ministerium weiter, würde allerdings der gesetzlichen Vorgabe zur Wahrung des einheitlichen Apothekenabgabepreises widersprechen.
BMG will nicht an den pDL-Topf
Die ursprüngliche Idee im Koalitionsvertag, für Landapotheken einen „Fixumskorridor“ bis 11 Euro einzuführen, ist für das BMG offensichtlich kein Thema mehr. Es verweist vielmehr darauf, dass jetzt die geplante höhere Notdienstvergütung für eine finanzielle Unterstützung von Standorten in ländlichen Regionen sorge. Den pDL-Topf will das BMG für das Fixum nicht anfassen. Er könne ohnehin nur zeitlich begrenzt helfen, die grundsätzliche Frage der Finanzierung bliebe ungelöst.
Die SPD-Fraktion hakt beim Honorar für Landapotheken ebenfalls nach. Hier führt das BMG zusätzlich aus, dass die im ersten Entwurf für die Ministerverordnung zur Änderung der AMPreisV vorgesehenen Pläne für Landapotheken-Zuschläge im Stellungnahmeverfahren keinen Anklang gefunden hätten. Alle Beteiligten der Selbstverwaltung hätten die Verhandlung solcher Zuschläge als zu komplex, aufwändig und bürokratisch abgelehnt.
Die Frage nach einer möglichen Gegenfinanzierung des höheren Festzuschlags über eine Reduzierung oder Deckelung des prozentualen Zuschlags findet sich auch bei den Sozialdemokraten. Hier stellt das BMG klar: „Eine Erhöhung des Fixums und die Finanzierung über die gleichzeitige Absenkung des relativen Vergütungsanteils ist abzulehnen“. Überdies bringt die SPD eine degressive Ausgestaltung des Fixums ins Spiel – was das BMG unter Hinweis auf den einheitlichen Apothekenabgabepreis ebenfalls ablehnt.
BMG verteidigt PTA-Vertretung
Sowohl die Unions- als auch die SPD-Fraktion thematisieren in ihren Prüfbitten zum ApoVWG-Entwurf auch die geplante PTA-Vertretung. Während die Union vom BMG geprüft wissen will, ob dieses Vorhaben gestrichen werden kann, fragt die SPD nach, warum die Regelung jetzt restriktiver ist als im Referentenentwurf. Hier wie dort verteidigt das Ministerium seine Pläne.
Union will Zweigapotheken streichen oder beschränken
Lediglich die Unionsfraktion greift dabei die geplanten Regelungen zu Zweigapotheken auf. Die Abda will diese am liebsten gestrichen sehen. Die CDU/CSU-Fraktion möchte ebenfalls, dass das BMG eine Streichung prüft – oder zumindest, ob der Betrieb nicht auf eine statt zwei Zweigapotheken beschränkt sein sollte.
Doch das BMG hält die beabsichtigte Änderung für „geboten“. Zweigapotheken könnten in abgelegenen Orten und Ortsteilen Versorgungslücken schließen, die anderenfalls noch größer werden könnten. „Der Erhalt von Apothekenstandorten in der Fläche – auch in der Form einer Zweigapotheke – ist nach hiesiger Auffassung klar einer Versorgung vorzuziehen, bei der Patientinnen und Patienten in solchen Gebieten im Wesentlichen auf andere Arten der Arzneimittelversorgung, also z.B. per Versand, zurückgreifen müssten“, heißt es in der Stellungnahme. Die Anforderungen im Gesetzentwurf seien so gestaltet, dass Zweigapotheken die Ausnahme blieben.
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Ohne Teilzeit läuft nichts in Apotheken
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Von Matthias Köhler
Apotheken tun sich weiterhin schwer, Fachkräfte zu finden. Das ergibt die jüngste Apokix-Umfrage vom März. 18 Prozent der befragten Apothekeninhaberinnen und -inhaber sagen, der Fachkräftemangel sei „sehr stark spürbar“. Dringlicher ist es bei Landapotheken, dort sagen 26 Prozent der Befragten, er sei sehr stark spürbar, bei den Stadtapotheken sind es nur zwölf Prozent.
Dennoch: Im Vergleich zu der Umfrage im Juli 2025 lässt sich eine Entspannung beobachten. Damals antworteten insgesamt 24 Prozent, er sei stark spürbar. Das lässt sich auch im Vergleich der anderen Antworten ablesen. Jetzt sagen 24 Prozent, der Fachkräftemangel sei „stark spürbar“ (2025: 36) und 38 Prozent sagen, er wäre „etwas spürbar“ (2025: 29). 20 Prozent geben an, er sei „kaum oder nicht spürbar“ – 2025 waren es zwölf Prozent.
Wer wird gesucht, gefunden?
Insbesondere bei Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten fällt es schwer, jemanden zu finden. 66 Prozent der Inhaberinnen und Inhaber gaben an, im vergangenen Jahr jemanden gesucht zu haben. Aber nicht einmal die Hälfte (48 Prozent) konnte laut Umfrage alle offenen Stellen besetzen.
Approbierte suchten 65 Prozent der Befragten. Immerhin 58 Prozent konnten alle offenen Stellen besetzen. Auf der Suche nach Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten waren 35 Prozent. Hier gaben 56 Prozent an, alle offenen Stellen besetzt haben zu können.
Auszubildende wurden seltener gesucht, aber dafür gestaltete sich auch das Finden etwas schwieriger. 32 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten PTA-Praktikantinnen und Praktikanten gesucht, nur 44 Prozent sagten, sie hätten alle offenen Stellen besetzen können. PKA-Auszubildende suchten 23 Prozent, 46 Prozent gaben an, alle Stellen besetzt haben zu können. Pharmazeutinnen und Pharmazeuten im Praktikum suchten 28 Prozent, voll fündig wurden nur 31 Prozent.
Was entscheidet über Mitarbeitergewinnung?
Bei den monetären Faktoren spielt das Grundgehalt bei der Mitarbeitergewinnung eine entscheidende Rolle. Das sagen 79 Prozent der befragten Inhaberinnen und Inhaber. Es folgen Zuschläge und Zulagen, etwa für Notdienste. Eine geringere Rolle spielen hingegen etwa ein Jobticket oder Fahrtkostenzuschüsse.
Wichtiger noch als die monetären Faktoren sind laut Umfrage Wertschätzung und Führungsstil. Das sagen 92 Prozent. Auch das Apothekenteam und das Arbeitsklima (89 Prozent) und Teilzeitarbeitsmodelle (77 Prozent) spielen eine Rolle. Der Apothekenstandort wird von 61 Prozent der Befragten als wichtig erachtet. Fort- und Weiterbildungsangebote (33 Prozent) haben weniger eine Bedeutung.
Starker Wettbewerb um Fachkräfte
Dennoch: 74 Prozent der Befragten sagen, dass sie gezwungen sind, deutlich über Tarif zu zahlen, um Stellen besetzen zu können. Ein Problem, denn 53 Prozent geben an, dass sie sich das nicht leisten können.
Das erklärt auch, warum 83 Prozent der Inhaberinnen und Inhaber konstatieren, dass sie sich im Wettbewerb etwa mit der Industrie, Krankenhäusern und Krankenkassen zunehmend schwertun, Mitarbeiter zu finden. Gleichzeitig sagen 79 Prozent, dass Bewerberinnen und Bewerber nicht mehr bereit sind, am Wochenende oder abends zu arbeiten.
„Lifestyle-Teilzeit“?
Ohne Teilzeitarbeitskräfte läuft in Apotheken gar nichts. Aufgegriffen wurde in der Umfrage auch die vom sogenannten CDU-Wirtschaftsflügel mit dem Kampfbegriff „Lifestyle-Teilzeit“ angestoßene, jüngste Debatte über alternative Beschäftigungsmodelle.
Denn 94 Prozent der befragten Inhaberinnen und Inhaber sagen, ohne Teilzeitarbeitskräfte könnten sie den Betrieb ihrer Apotheke nicht mehr sicherstellen. Teilzeit sei darüber hinaus ein geeignetes Instrument, um pensionierte Mitarbeitende auch weiterhin in der Apotheke zu beschäftigen. Und: 78 Prozent sagen, dass, wer in der Apotheke Teilzeit arbeitet, das nicht aus „Lifestyle“ macht.
Das heißt auch, dass eine Einschränkung der Teilzeit nichts lösen würde. Im Gegenteil: 72 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass es den Fachkräftemangel in Apotheken eher verstärken würde. Nur 17 Prozent hingegen glauben, dass eine Einschränkung des Rechts auf Teilzeit geeignet wäre, dem Fachkräftemangel in Apotheken zu begegnen.
Stimmung will nicht besser werden
Mit Blick auf die aktuelle Geschäftslage verharrt die Stimmung der Inhaberinnen und Inhaber im März an einem tiefen Punkt. Stieg der Index von Januar auf Februar noch leicht von 59,5 Punkten auf 61,9, so blieb er auch im März dabei.
Der Index für die erwartete Geschäftslage hingegen ist gesunken und ist nah am Jahrestief vom Januar von 45,5 Punkten. Lag er im Februar noch bei 54 Punkten, so steht er im März bei 47,8. Bei 100 Punkten halten sich positive und negative Einschätzungen die Waage.
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147 Millionen Euro Miese für DocMorris
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Von Thorsten Schüller
DocMorris macht mit Vorlage seiner endgültigen Geschäftszahlen 2025 deutlich, dass die selbstgesteckten Ziele für 2025 erreicht worden seien, der Fokus liege nun auf „Profitabilität, Wachstum und Ausbau der digitalen Gesundheitsplattform“. Wie bereits bei Vorlage der vorläufigen Geschäftszahlen im Januar berichtet, hat das Unternehmen seinen konsolidierten Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 12,4 Prozent auf 1,124 Milliarden Schweizer Franken (1,23 Milliarden Euro) gesteigert. Der weitaus größte Anteil entfiel davon auf Deutschland, wo ein Umsatzplus um 11,7 Prozent auf 1,122 Milliarden Franken in den Büchern steht.
Maßgebliche Umsatztreiber waren nach Unternehmensangaben Rx mit einem Plus von 33,2 Prozent und Digital Services, zu dem die Bereiche TeleClinic, Retail Media und Marktplatz zählen. Das OTC-Geschäft sei trotz Einstellung der Marke Zur Rose in Deutschland Ende 2024 um 4,8 Prozent gewachsen. Die Anzahl aktiver Kunden stieg den Angaben zufolge 2025 auf 12,2 Millionen, davon von 10,3 Millionen auf 11,0 Millionen im Bereich Online-Apotheke und von 0,9 Millionen auf 1,2 Millionen bei TeleClinic.
Dagegen liegt das Ergebnis 2025 erneut deutlich im negativen Bereich. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel trotz zusätzlicher Marketingaufwendungen von über 11 Millionen Franken für Rx mit minus 48,2 Millionen Franken (52,9 Millionen Euro) nur leicht besser aus als im Jahr zuvor mit einem Minus von 48,6 Millionen Franken (53,3 Millionen Euro). Das Gros, nämlich ein EBITDA-Verlust in Höhe von 46,3 Millionen Franken (50,8 Millionen Euro), entfiel dabei auf den Hauptmarkt Deutschland, während der Bereich Digital Services „einen signifikanten positiven Ergebnisbeitrag“ geleistet habe.
Unter dem Strich fuhr DocMorris mit minus 134,4 Millionen Franken (147,5 Millionen Euro) jedoch einen deutlich höheren Verlust als noch ein Jahr zuvor ein – damals betrug das Nettoergebnis minus 97,3 Millionen Franken (106,4 Millionen Euro). Dagegen legten die liquiden Mittel, also Cash und kurzfristige Anlagen, von 95,4 Millionen Franken (104,7 Millionen Euro) im Vorjahr auf knapp 160 Millionen Franken (175,6 Millionen Euro) in 2025 zu.
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Kammer Hessen muss Rentner suchen
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Von Julia Borsch
In den meisten Kammerbezirken ist Pflichtmitglied der Kammer, wer eine Approbation besitzt und im jeweiligen Bundesland arbeitet oder nicht berufstätig ist, aber in dem betreffenden Bezirk wohnt. In Hessen war das bis vor Kurzem anders. Da erstreckte sich die Pflichtmitgliedschaft in den Heilberufskammern, darunter auch die Apothekerkammer, auf Personen, die in dem Bundesland ihrem Beruf nachgehen. Somit waren etwa Rentner keine Pflichtmitglieder der Kammer mehr. Das hat sich aber nun geändert. Das berichtete die stellvertretende Kammergeschäftsführerin Julia Sievers bei der Delegiertenversammlung am Donnerstag in Frankfurt am Main. Hintergrund ist der Justiziarin zufolge eine Ende 2025 erfolgte Änderung des hessischen Heilberufegesetzes. Dort wurde in § 2 nach „Den Kammern gehören als Berufsangehörige an alle […] Apothekerinnen und Apotheker […], die in Hessen ihren Beruf ausüben,“ der Halbsatz „oder, falls sie ihren Beruf nicht ausüben, dort ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben“ eingefügt. Wer in Hessen lebt, jedoch in einem anderen Kammerbezirk tätig und dort Kammermitglied ist, muss aber nicht zusätzlich in die hessische Kammer. Die Kammer muss jetzt verschiedene Rechtsgrundlagen anpassen, beispielsweise die Beitragssatzung, da für diese Personen bislang kein Beitrag festgelegt ist. Doch die Freude über neue Mitglieder ist nicht ungetrübt. Die Kammer muss die betroffenen Personen, die seit Neuestem per Gesetz Pflichtmitglieder sind, erst einmal erreichen. So soll es Veröffentlichungen in der Fachpresse geben mit dem Aufruf, dass sie sich melden sollen. Auch Nachfragen bei den Einwohnermeldeämtern oder ein Datenaustausch mit dem Versorgungswerk stehen zur Diskussion. Bei ehemaligen Kammermitgliedern gibt es laut Kammergeschäftsstelle teilweise immerhin noch alte Daten. Das Ganze wird auf jeden Fall einigen Verwaltungsaufwand nach sich ziehen, insbesondere weil die Kammer gerade erst dabei ist, sich digital besser aufzustellen, und Beitragsbescheide aktuell noch händisch erstellt werden.
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Michael Marxen ist neuer VZA-Präsident
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Von Deutsche Apotheker Zeitung
Am 20. und 21. März fand in Berlin die Jahrestagung des Verbands Zytostatika herstellender Apothekerinnen und Apotheker (VZA) statt. Am Freitag stand das politische und fachliche Programm auf der Tagesordnung – am Samstag die Mitgliederversammlung.
Diese Mitgliederversammlung begann mit einer Überraschung. Feth teilte sichtlich bewegt mit, nicht mehr für das Präsidentenamt zur Verfügung stehen zu können. Der Grund: Er musste seine Apotheke in Stade aufgeben. Da er somit nicht mehr Inhaber einer selbst herstellenden Apotheke ist, ist die Satzungsgrundlage für die Ausübung eines VZA-Vorstandsamts entfallen.
Zum Nachfolger bestimmte die Mitgliederversammlung den bisherigen Vizepräsidenten Michael Marxen (Kronen-Apotheke, Wesseling), der seit vielen Jahren zur VZA-Führung gehört.
„Die unabhängige selbstherstellende, patienten-, orts- und zeitnah versorgende Apotheke“ nannte Marxen als Leitbild für die öffentliche Versorgung mit Zytostatika. Seinem Vorgänger Feth dankte er für dessen engagierte versierte Arbeit für die Zyto-Apotheken und den VZA – ebenso für seine aufrichtige und empathische Art. Künftig wird Oliver Feth dem VZA als Ehrenmitglied angehören.
Zum neuen Vizepräsidenten gewählt wurde der bisherige Beisitzer Michael Raber (Sankt Barbara-Apotheke, Trier), dessen vorherige Position Stefan Räuber (Bären-Apotheke, Kassel) neu übernimmt. Zum Vorstand gehören nach wie vor Vizepräsidentin Christiane König (Marien-Apotheke, Neuss), Schatzmeister Frederik Schöning (Eschendorf-Apotheke, Rheine), Schriftführerin Kerstin Harder (Mühlen-Apotheke, Oststeinbek) und Beisitzer Tobias Goeke (Dom-Apotheke, Essen).
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iA.de-App ausgezeichnet
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Die IhreApotheken.de-App gehört laut aktueller Studie des SZ-Instituts der Süddeutschen Zeitung zu den Apps mit „sehr hohem Mehrwert“ in Deutschland. Das teilt iA.de am vergangenen Mittwoch mit. Im entsprechenden Ranking wurde sie demnach mit der Auszeichnung „Top App | Sehr hoher Mehrwert“ prämiert. Unter den Apps mit Anbindung an Vor-Ort-Apotheken erzielte die iA.de-App die höchste Bewertung. Die Studie analysierte, welche Apps aus Sicht der Anwender im Alltag einen praktischen Nutzen bieten. Grundlage ist eine groß angelegte, unabhängige Online-Befragung von App-Nutzern, die vom SZ-Institut initiiert wurde. (DAZ)
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Stada wächst mit „Spezialpharmazeutika“
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Der Arzneihersteller Stada hat 2025 deutlich zugelegt, wie aus seinen am 18. März veröffentlichten Marktzahlen hervorgeht. Im vergangenen Jahr stieg der bereinigte Umsatz um sechs Prozent auf 4,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz in der Sparte „Spezialpharmazeutika“ überstieg die Schwelle von einer Milliarde Euro. Damit erntet Stada die Früchte seines Umbaus: War das Unternehmen einst vor allem für Generika im Bereich der Small Molecules bekannt, hat es sich in den vergangenen Jahren auf eine breitere Basis gestellt. Dabei profitierte Stada insbesondere von Biosimilars, die in den Bereichen Knochengesundheit, Immunologie, Onkologie und Nierenerkrankungen angewendet werden. Darunter befindet sich der Antikörper Ustekinumab, der unter anderem bei Psoriasis indiziert ist. Im Jahr 2026 will Stada fünf weitere Biosimilars auf den Markt bringen. (DAZ)
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